Depression Phasen – So verlaufen die meisten Depressionen

Wissenswertes über Depression Phasen:
An einer Depression erkrankt man als Betroffener nicht ‚von einem Tag auf den anderen‘. Für Depressionen sind Phasen typisch, die sich schließlich zum Vollbild entwickeln. Ähnlich wie bei den Symptomen vermuten viele Patienten hinter ihrer aktuellen Stimmungslage keine affektive Störung, sondern ordnen sie anderen Ursachen zu. Durch dieses Verdrängen bleiben Depressionen in den Anfangsphasen häufig unbemerkt und können deshalb nicht frühzeitig therapiert werden.

5 Phasen der Depression

Depression Phasen - trauriger Mann im schwarzen Haaren erlebt Depressionen

Insgesamt gibt es 5 Phasen der Depression. In den unteren Absätzen werden sie stichpunktartig erläutert. Betroffenen wie Angehörigen soll die Checkliste zur Orientierung dienen, je nach individuellem Krankheitsverlauf können die Depressionen Phasen in ihrer Ausprägung jedoch abweichen.

Bei leichten Depressionen sind die Phasen weniger klar voneinander abgrenzbar. Die fließenden Übergänge lassen sich unter Anderem bei einer Dysthymie feststellen. Sie gehört ebenfalls zu den leichteren Krankheitsbildern.

Auch ein einmaliger Schub lässt sich in die 5 Phasen der Depression gliedern. Anders als rezidivierende (= sich wiederholende) Verläufe kehren die Symptome nach überstandener Erkrankung vielfach nicht mehr zurück. Über 50 Prozent aller ehemals Betroffenen bleiben beschwerdefrei.

Bei wiederholten Depressionen reihen sich die einzelnen Phasen kettenartig aneinander und können sich ohne Therapie zu einer jahrelangen chronischen Belastung herauskristallisieren. Zwischen den Schüben liegen symptomfreie Perioden. Sie dauern einige Wochen bis Jahre an, bevor die Depressionen Phasen zusammen mit den typischen Beschwerden erneut auftreten. Im Fall einer bipolaren Erkrankung wechseln die Erscheinungen zwischen Depression und Manie. Beiden Zuständen lässt sich jeweils eine eigenständige Phase zuordnen. Dauer und Schwere dieser gesonderten Depression Phasen unterscheiden sich bei jedem einzelnen Betroffenen.

Verlauf der einzelnen Depression Phasen

An dieser Stelle werden die klassischen 5 Phasen der Depression aufgeführt. Laut Definition müssen die Beschwerden mindestens vierzehn Tage lang vorhanden sein. Die einzelnen Depressionen Phasen können sich hingegen über mehrere Wochen, mitunter auch Monate oder Jahre erstrecken.

Erste Phase der Depression – beginnende emotionale Veränderung

In den anfänglichen Depression Phasen fühlt sich der Betroffene ‚anders als sonst‘. Seine Empfindungen kann er zu diesem Zeitpunkt meistens noch nicht klar in Worte fassen. Dafür ist der seelische Zustand bislang nicht genug ausgeprägt. Einige Depressive berichten von einer ungewohnten Traurigkeit, andere nehmen ihre psychische Verfassung als ermattet wahr. Solche und zusätzliche Symptome verstärken sich im Laufe der weiteren Phasen.

Zweite Phase der Depression – Konsolidierung der Symptome

Spätestens in der zweiten Phase sollte der Patient einen Arzt aufsuchen, um angemessen und rechtzeitig behandelt werden zu können. Ehemals geliebte Interessen oder Hobbys sind für den Erkrankten nicht mehr von Belangen, er geht ihnen kaum noch nach. Die bisherigen Beschwerden haben sich mittlerweile intensiviert und verringern zunehmend die Lebensfreude des Betroffenen.

Dritte Phase der Depression – der Alltag als schwer überwindbare Hürde

Sollten Angehörige die veränderte Persönlichkeit des Betroffenen bislang nicht festgestellt haben, so sind die äußeren Symptome ab der dritten und vierten Phase augenfälliger. Dem normalen Alltagsgeschehen sieht sich der Patient nicht mehr gewachsen. In dem Zusammenhang stellen sich Versagensängste ein. Zwischenzeitlich haben die übrigen Symptome eine permanente Präsenz erlangt und können vom Erkrankten aus eigener Kraft nicht überwunden werden.

Vierte Phase der Depression – Aufkommen von psychosomatischen Merkmalen

Phasen der Depression - Mann sitzt trauernd am Fenster

Bei zahlreichen Erkrankten kommen während der vierten Depressionsphase zu den seelischen Beschwerden weitere psychosomatische Probleme hinzu. Der bisherige Leidensdruck wird durch körperliche Anzeichen verschlimmert, was eine Stabilisierung des Allgemeinbefindens denkbar behindert. Zu den gängigen Indikatoren psychosomatischen Ursprungs gehören Kopf- und Gliederschmerzen, Schwindelanfälle, schwer definierbares Unwohlsein sowie organische Beschwerden.

Am Arbeitsplatz fällt der Betroffene durch zunehmende – körperliche wie mentale – Abwesenheit auf. Bei vielen Patienten lässt die Leistungsfähigkeit schon in der dritten Krankheitsphase merklich nach. Infolge dessen müssen sie aus dem Betrieb ausscheiden, erhalten eine Kündigung von ihrem Vorgesetzten oder werden schlimmstenfalls Mobbingopfer.

Fünfte Phase der Depression – Vollbild

Insbesondere bei einer schwerwiegenden Depression sind solche Phasen offensichtlich. Alltäglichen Anforderungen kann der Betroffene nicht mehr ohne fremde Hilfe nachkommen. Schon geringe Anlässe werden als Überlastung wahrgenommen. Neben den gängigen Symptomen schließen gravierende Vollbilder noch Psychosen oder andere Wahnvorstellungen mit ein. Auch Versuche beziehungsweise Vollzüge von Suiziden sind in diesem Zustand keine Seltenheit, wobei eine potentielle Selbstmordgefahr schon in den dritten und vierten Phasen bestehen kann.

Für gewöhnlich erfordert die Krankheit in der letzten Phase einen intensiven Klinikaufenthalt. Befindet sich der Patient bereits in einer laufenden Behandlung, überweist ihn sein Therapeut in eine Psychiatrie. Dort wird der Erkrankte von Fachkräften professionell betreut. Nach Bedarf leitet der behandelnde Arzt weitere Therapiemaßnahmen ein. Sobald keine Lebensgefahr mehr besteht und/oder die seelische Gesundheit wieder hergestellt ist, wird die Entlassung aus dem Krankenhaus anberaumt. Nach der psychiatrischen Fürsorge unterzieht sich der Betroffene weiter seiner regulären Behandlung beim örtlichen Therapeuten. Mit ihm hält die Klinik Kontakt, um ihn über die derzeitige Gemütslage des Patienten in Kenntnis zu setzen. Vereinzelt können weitere stationäre Einweisungen ratsam sein, beispielsweise auch aus freiwilligem Entschluss von Seiten des Erkrankten. Demgegenüber bleiben schwer depressive Personen fast immer auf die Unterstützung Anderer angewiesen. Ihr Aufenthalt in der Klinik ist deshalb langfristiger angesetzt.

Abschließende Worte

Wer die Phasen der Depression übersteht wird wieder glücklich

Die charakteristischen 5 Phasen der Depression lassen sich beim Großteil aller Patienten beobachten. Allerdings sind ihre Verläufe nicht immer genau definiert. Die Depression Phasen können fließend ineinander übergehen oder erscheinen nur schwach ausgeprägt. Eine latente Dysthymie sowie leichte Depressionen sind im frühen Stadium oftmals kaum ersichtlich, was sich negativ auf den gesundheitlichen Zustand des Kranken auswirken kann. Darüber hinaus entfaltet sich auch eine schwere Depression in einem kleinschrittigen Prozess und wird bei einigen Betroffenen zu spät diagnostiziert. Bei einer weit fortgeschrittenen Erkrankung bleibt seine seelische Verfassung möglicherweise unumkehrbar. Rechtzeitige Untersuchungsbefunde können solche Situationen meistens noch aufhalten. Dazu bedarf es eines grundsätzlichen Gespürs für die üblichen Anhaltspunkte von affektiven Störungen.

Vor allem Nichterkrankte sind kaum in der Lage, Anfänge von beginnenden Depressionen bei einem nahestehenden Menschen zu bemerken. Aus diesem Grund soll die skizzenartige Darstellung sowohl Patienten als auch Angehörige für die Krankheit sensibilisieren. Für eine langfristige Heilung sind möglichst früh einsetzende Therapien grundlegend. Auf diese Weise können ausgebildete Psychiater einer chronischen Entwicklung häufig noch mit Erfolg entgegenwirken. Deshalb sollte die Behandlung möglichst in der ersten, spätestens aber während der zweiten Phase einsetzen. Ab der dritten Krankheitsphase haben sich die Symptome bereits gefestigt. Somit verlängert sich die Dauer der Psychotherapie und die Prognosen stehen ungünstiger. Beim Vollbild in der letzten Phase sind ambulante Verfahren kaum noch erfolgversprechend. Stattdessen muss sich der Patient einer stationären Versorgung unterziehen. Überdies ist eine Klinikeinweisung bei akuter Suizidgefahr umgehend zu veranlassen, um den psychisch labilen Erkrankten vor Schaden zu bewahren. Der dringende Hinweis richtet sich gleichermaßen an Ärzte sowie an das soziale Umfeld von Betroffenen.