Depressionen Symptome – die 10 häufigsten Anzeichen

Anders als körperliche Beschwerden sind psychische Krankheiten zumindest für gesunde Außenstehende weder ersichtlich noch tatsächlich nachvollziehbar. Dennoch empfindet der Betroffene in seinem Zustand einen erheblichen Leidensdruck. Auch und gerade weil ihm sein soziales Umfeld oft wenig Verständnis entgegenbringt.

Zu den bekanntesten seelischen Erkrankungen gehört die Depression. Hierzulande liegt die durchschnittliche Prävalenz bei rund 5 Prozent. Folglich leidet rein statistisch jeder Zwanzigste an Depressionen. In Zahlen sind etwa 4 Millionen Deutsche depressiv. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, variiert je nach Geschlecht. Acht Prozent der männlichen Bevölkerung sind oder waren im Laufe ihres Lebens Patienten, bei Frauen ist der Wert mit 15 Prozent fast doppelt so hoch. Jedoch suchen viele Patienten keinen Hausarzt oder Psychiater auf, denn Depressionsbetroffene gelten in der Gesellschaft noch nach wie vor als Opfer von Stigmatisierungen.

Überdies sind Depressionen und ihre Symptome auf den ersten Blick mitunter schwer zu erkennen. Deshalb kann es passieren, dass die Krankheit sowohl vom Betroffenen als auch von seinen Bezugspersonen ‚übersehen‘ wird. Dabei können Depressionen Symptome zugeordnet werden, welche für die Erkrankung wesentlich sind.

Welche Symptome gelten als klassische Anzeichen einer Depression? Diese Frage soll in den unteren Absätzen beantwortet werden. Die Depressionen Symptome treffen nicht auf jeden Patienten in gleichem Maße zu. Darüber hinaus müssen nicht alle Beschwerden vorliegen, damit die Kriterien für eine Depression erfüllt sind.

Depressionen und Symptome

Depression Symptome - so erkennt man eine Depression

Im folgenden Verlauf werden typische Depression Anzeichen stichpunktartig aufgeführt und erläutert. Man differenziert zwischen Kern- und Begleitsymptomen:
Laut Definition müssen bei einer Depression Symptome wie Traurigkeit, Reizbarkeit oder ein vermindertes Selbstbewusstsein über mehr als zwei Wochen hinweg konstant bestehen bleiben. In ihrer Dauer unterscheidet sich die Krankheit von vorübergehenden Stimmungstiefs. Diese Verhaltensauffälligkeiten bilden die Kategorie der Kernsymptome. Zusätzlich stellen sich Begleitsymptome ein.

Kernsymptome der Depression

1. Traurigkeit und gedrückte Grundstimmung als ‚Voraussetzung‘

Für Depressionen sind diese Symptome grundlegend. Sie treffen fast auf alle Betroffene zu. Vor allem erkrankte Frauen klagen vielfach über ein Gefühl des Bedrücktseins. Selbst auf geringfügige Anlässe wird schon mit Traurigkeit und Weinen reagiert. Ohne entsprechende Therapie kann diese Gemütslage über Jahre hinweg anhalten und die Lebensqualität erheblich in Mitleidenschaft ziehen. Je nach individueller Krankheitsgeschichte waren persönliche Erlebnisse für die Depression ausschlaggebend, sie sind aber keine zwingende Notwendigkeit. Bei Symptomen ohne erkennbare Ursache spricht der Psychologe von einer endogenen Depression.

Hinweis: Auf Dauer verhindert wiederholtes Weinen die Produktion von Tränenflüssigkeit im Auge. Der Patient hat im wörtlichen Sinn ’so viele Tränen vergossen, bis keine mehr da waren‘.

2. Als wäre man ganz weit weg‘ – Gefühle der inneren Leere

Bei einer Depression sind nicht nur Anzeichen wie Freudlosigkeit oder Betrübnis vorhanden. Bei Vielen kommt noch eine quälende innere Leere hinzu. Sie kann sich auf verschiedene Arten ausdrücken. Einige Betroffene beschreiben das Gefühl als bildlichen ‚Nebel‘. Andere nehmen es wiederum als eine dumpfe Monotonie wahr. Alles in einem entsteht ein sehr vages Empfinden, welches sich kaum in Worte kleiden lässt, dennoch aber eine Belastung darstellt.

3. Ausgeprägte (Zukunfts-)Ängste

Der Blick in die Zukunft wird bei den meisten Depressiven von Pessimismus begleitet. Solche Depression Symptome sind nicht allein auf das Zukünftige ausgerichtet, sondern schlagen sich auch im gegenwärtigen Geschehen nieder. Parallel zur depressiven Verstimmung machen vielen Patienten Angststörungen zu schaffen. Vielfach drücken sie sich körperlich aus, alternativ berichten die Betroffenen von einer vagen Ängstlichkeit. Durch diese Merkmale können grundlegende alltägliche Abläufe stark erschwert, manchmal sogar unüberwindbar werden. Der Depressive fühlt sich in zunehmendem Maße ohnmächtig und seiner Situation schutzlos ausgeliefert.

4. Das Gegenstück zum Traurigen – Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Stimmungsschwankungen

Unter diesen Depressionen Symptomen leiden primär männliche Betroffene. Niedergeschlagenheit und erhöhte Empfindsamkeit treten hier in den Hintergrund. Stattdessen drückt sich die Krankheit durch Aggressionen, innere Nervosität sowie unvorhersehbare Wutausbrüche aus. Im Zusammenhang mit dieser emotionalen Labilität lässt sich bei manchen Patienten ein Drogen- oder Alkoholmissbrauch beobachten.

5. Wenn einfach nichts mehr geht – Müdigkeit und Schlaflosigkeit:

Ein Symptom von Depressionen ist Müdigkeit

Da ein Großteil der Depressionspatienten abends grübelt, werden Schlafstörungen zum Problem. Der Betroffene kann nicht richtig ein- beziehungsweise durchschlafen. Am nächsten Tag fühlt er sich wegen seines Schlafmangels ausgelaugt. Antriebslosigkeit und Müdigkeit sind besonders am frühen Morgen nach dem Erwachen deutlich spürbar. Während der Abendstunden schwächen sich die Symptome hingegen leicht ab.

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Begleitsymptome der Depression

6. Konzentrationsprobleme

In enger Verbindung zu den Schlafstörungen stehen Probleme mit der eigenen Konzentration. Schlimmstenfalls kann der normale Alltag mit seinen anfallenden Verpflichtungen gar nicht mehr bewältigt werden. Entweder lässt die Leistungsbereitschaft zu wünschen übrig, ansonsten wird beim Betroffenem eine ungewöhnliche Ruhelosigkeit (Agitiertheit) bemerkt. Solche Beschwerden schlagen sich vor allem an den Leistungen am Arbeitsplatz nieder. Nicht selten erhält der Patient wegen seiner Leistungseinbußen eine Kündigung vom Arbeitgeber oder wird bei fortschreitender Krankheit vom Arzt als erwerbsunfähig eingestuft. Beide Szenarien können den gesundheitlichen Zustand des Betroffenen verschlechtern. Bisherige Behandlungserfolge werden durch den Arbeitsplatzverlust mitunter zunichte gemacht. Der Depressive sieht sich selbst als Versager, sein Selbstbewusstsein nimmt Schaden und seine seelische Stabilisierung zögert sich weiter hinaus. Somit gibt es einen Zusammenhang zwischen solch einer Gegebenheit und dem nächsten Anzeichen für Depressionen.

Hier haben wir festgehalten, wie man Depressionen behandeln kann!

7. Verringertes Selbstwertgefühl

Wird ein bislang selbstbewusster Mensch von unrealistischen Selbstzweifeln geplagt, kann dahinter eine Depression stecken. Nicht selten fühlen sich depressive Individuen für ihre Situation schuldig, gegenüber ihren Verwandten haben sie ein schlechtes Gewissen. Die Patienten haben das Gefühl, nichts mehr wert zu sein. Im äußersten Fall stellt der Betroffene seine gesamte Existenz infrage. Unter diesen Umständen ist die Selbstmordgefahr signifikant erhöht (siehe Punkt 10).

8. Vernachlässigung von Interessen, Hobbys und sozialen Kontakten

Für Patienten einer Depression sind diese Anzeichen ebenfalls charakteristisch. Ehemals geliebte Beschäftigungen in der Freizeit werden nicht mehr verfolgt, der Betroffene hat an ihnen sein Interesse verloren. Für eine Depression sind diese Symptome ebenso klassisch wie ein zunehmender sozialer Rückzug.

Hinweis: Nicht jede Abstandnahme von ehemaligen Freunden gibt zugleich einen Anlass zur Besorgnis. Oftmals entscheiden sich Betroffene freiwillig dazu, den Kontakt zu bestimmten Personen zu reduzieren oder gar nicht mehr aufrechtzuerhalten. Möglicherweise empfand der Patient diese Bekanntschaften als belastend. Wenn er nach dem Kontaktabbruch ausgeglichener und zufriedener wirkt, war sein Entschluss vermutlich richtig. Ein Aufdrängen von Gemeinschaft seitens Angehöriger könnte den Krankheitsverlauf hingegen negativ beeinflussen. Deshalb sollte man dem Betroffenen mit Rücksicht begegnen und seine Entscheidungen respektieren.

9. Psychosomatische Beschwerden

Depressionen Symptome finden nicht ausschließlich auf seelischer Ebene statt. Im Laufe der Zeit können zu den psychischen Verhaltensmerkmalen diverse körperliche Beschwerden hinzukommen. Einige Patienten wurden zunächst wegen Herzproblemen oder chronischen Schmerzen beim Hausarzt vorstellig, ehe der Mediziner eine Depression diagnostiziert hat. Etwa die Hälfte aller tatsächlichen Depressionen wurden fälschlicherweise als physisches Gebrechen bestimmt.

Mit einer Depression können Anzeichen wie Herzrasen, Atemnot beziehungsweise ein undefinierbares Schwindelgefühl einhergehen. Überdies berichten viele Betroffene von Appetitverlust und einer damit verbundenen Gewichtsabnahme. Umgekehrt ist es möglich, dass Depressionen Heißhunger hervorrufen können, wodurch der Patient an Gewicht zunimmt. Solche Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei einer frühzeitigen Behandlung stehen die Prognosen meistens günstig.

10. Selbstmordgedanken und -handlungen

Symptom einer starken Depression sind Selbstmordgedanken


Insbesondere bei einer schweren Depression sind solche Symptome möglich. Laut einer Studie wählen zwischen 2 und 4 Prozent aller Erkrankten den Freitod als scheinbar einzigen Ausweg aus ihrem Leid. Im Vergleich dazu stirbt weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung durch einen Suizid.

Äußert eine nahestehende Person unmissverständlich den Wunsch, nicht mehr leben zu wollen, besteht dringender Handlungsbedarf. Als Bekannter/Angehöriger sollte man den Gegenüber offen, aber dennoch sensibel darauf ansprechen. Im Falle von akuter Selbstmordgefährdung muss umgehend der Rettungsdienst alarmiert werden. Üblicherweise wird der suizidale Patient zum Selbstschutz ins örtliche Krankenhaus oder in eine Psychiatrie eingewiesen.

Schlusswort

Eine Depression kann von unterschiedlichen Faktoren ausgelöst werden und sie hat unterschiedliche Arten. Zudem sind in der Psychologie verschiedene Formen der Erkrankung bekannt: Beispielsweise gehören endogene, reaktive, manische, larvierte oder atypische Depressionen zu den bekanntesten Varianten. Überdies werden die Beschwerden hinsichtlich ihres Schweregrads in die Kategorien ‚leichter‘, ‚mittlerer‘ und ’schwerer Verlauf‘ eingeordnet.
Eine explizite Risikogruppe gibt es nicht, jeder Mensch kann ungeachtet seines Alters oder Geschlechts eine Depression mitsamt den Symptomen entwickeln. Trotzdem gelten bestimmte Personen als vulnerabel, also anfällig für depressive Störungen.

Noch immer unterziehen sich viele Erkrankte keiner Behandlung, obwohl sie eine Therapie nötig hätten. Die gesellschaftlichen Strukturen tragen immer noch zu einem häufigen Verschweigen von Depressionen bei. Neben einer Angst vor Stigmatisierung bringen einige Betroffene ihre Beschwerden nicht mit einer Depression in Verbindung, sondern ordnen sie körperlichen Gebrechen zu.

Mithilfe der detaillierten Beschreibung aller wichtigen Depressionen Symptome soll die Krankheit leichter erkannt werden können. Der Leitfaden richtet sich sowohl an Patienten als auch an Außenstehende. Er kann als Checkliste für eine Depression samt Anzeichen hinzugezogen werden. Den Gang zum Psychologen ersetzt die Liste aber nicht.

Ein fast verlässlicher Hinweis auf eine Depression sind Symptome wie Traurigkeit beziehungsweise eine anhaltend niedergeschlagene Stimmungslage. Dabei kommt es nicht darauf an, ob es für diese Empfindungen einen konkreten Anlass (z.B. Arbeitslosigkeit)
gab: Liegen solche Anzeichen vor, gilt eine Depression als sehr wahrscheinlich. Der Betroffene sollte sich zeitnah an einen Arzt wenden. Er kann als Einziger eine aussagekräftige Diagnose stellen und über weitere Behandlungswege informieren.

Sollten sich im Zuge einer Depression Anzeichen von Selbstmordgefahr einstellen, muss man als nahestehende Person deeskalierend vorgehen. Auf jeden Fall sollte die Notrufnummer gewählt werden. Durch die rechtzeitigen Maßnahmen des Rettungsdienstes lässt sich ein vollzogener Suizid noch unterbinden. Selbst wenn die Situation im Nachhinein überschätzt wurde und in Wirklichkeit keine Gefährdung bestand, ist eine grundsätzliche Interventionsbereitschaft absolut notwendig.